NABU Versammlungen Jahreshauptversammlung 2020

Protokoll der Jahreshauptversammlung am 04.03.2020

Anwesend: Thomas B., Hermann D., Clemens L., Jürgen H., Anne G., Peter K., Detlef B., Andreas T., Wolfgang R., Manfred W., Yvonne R., Isa L., Karl Sch., Babara F., Karin H., Stefan H., Ralf L., Uwe M., Edith Sch., Esther P., Oliver Sch., Katrin Sch.

 

 

1)     Begrüßung durch den Vorsitzenden:

Thomas B. hieß alle 21 Anwesenden, Mitglieder und Gäste, herzlich willkommen. (Stimmberechtigt waren 20 Anwesende)

Als Überraschung gab es für die Anwesenden Samentütchen für eine 5-10 m2 große Magerwiesenfläche mit heimischen Wildblumensamen.

 

2)     Bericht der Aktivitäten im Jahr 2019 und Diskussion darüber:

 

A)        Diverse Krötenaktionen:

 

Wispertal:

Durch die neuen Straßenunterführungen für die Amphibien konnte letztes Jahr mit einem geringeren Helferaufwand die Rettungsaktion durchgeführt werden.

Die Anzahl der Amphibien ist erheblich zurückgegangen. Anfang der 2000er konnten bis zu 7500 Tiere registriert werden, heute nur noch um 800.

 

Kloster Eberbach:

Patricia D. organisiert dort den Zaunaufbau und die Sammeldienste, wobei sie von Ronny W., zuständig für die Außenanlagen des Klosters, sehr unterstützt wird. Ein erheblicher Teil der Strecke konnte inzwischen mit einem dauerhaften Zaun ausgestattet werden, der vom RP Darmstadt finanziert wurde.

 

In beiden obengenannten Straßenabschnitten werden die Barrieren und Durchlässe mit dem Fokus aufgestellt, die Wegführung für die Tiere möglichst zu automatisieren.

 

Wiesweg Eltville:

Auf private Initiative von Klaus D. wurde ein Gewebezaun im Eltviller Wiesweg Richtung Waldgaststätte Rausch aufgebaut und betreut.

 

B)        Schiffsexkursionen/ botanische Exkursion/ Vogelstimmenwanderungen:

Die Schiffsexkursionen, die von Anne G., Jürgen H. und Manfred W. geleitet werden, sind immer gut besucht. Mittlerweile kommt ein größeres Schiff zum Einsatz.

Auch im letzten Jahr veranstaltete Jürgen H. eine botanische Führung von Lorchhausen zur Landesgrenze Richtung Kaub.

Johannes L. und Manfred W. boten 10 Veranstaltungen zur Vogelerkundung an.

 

C)        Steinbruch Assmannshausen:

Detlef B. ist als Schutzgebietsbetreuer für dieses Gebiet eingesetzt. Der Neuaufwuchs der bereits freigelegten Flächen wurde zurückgeschnitten. Auch zukünftig wird diese Arbeit jedes Jahr anfallen.

 

D)        Bepflanzung Weinberg (Oestrich- Winkel)

Andreas T. und Gerald K. erhalten von der Stadt Oestrich-Winkel für ihre Vogelschutztätigkeit jährlich Fördermittel. Letztes Jahr wurden dafür heimische Gehölze gekauft und auf einer stillgelegten Weinbergsfläche eines Biowinzers von unserer Ortsgruppe, Mitarbeitern des Winzers, bzw. der Stadt und ihm selbst angepflanzt. Er sorgt für deren Bewässerung.

 

3)     Bericht des Kassenwartes, Bericht des Kassenprüfers, Diskussion darüber:

Andreas T. berichtete das der Kassenbestand zum Anfang dieses Jahres 16.625,48 Euro betrug; im Vergleich, 14.562,92 Euro am 1.1.2019. Die Ausgaben in Höhe von 4739,45 Euro lagen unter den Einnahmen von 6.802,01 Euro. Clemens L. bestätigte als Kassenprüfer dem Kassenwart eine übersichtliche, korrekte und gute Kassenführung.

 

4)     Antrag auf Entlastung des Vorstandes und des Kassenwartes und Abstimmung der anwesenden Mitglieder:

Clemens L. beantragte die Entlastung des Kassenwartes, des Kassenprüfers und des Vorstandes, der 17 Personen bei drei Enthaltungen zustimmten.

 

5)     Satzungsänderung: Diskussion über den vorläufigen Entwurf und Beschluss der neuen Satzung:

Jürgen H. erläutert die zu verändernden Passagen der Satzung.

In erster Linie erstellte der NABU- Bund 2017 aufgrund der Datenschutzneuregelungen eine vorgefasste Satzungsneufassung, die von den ihr untergeordneten Einheiten, so auch den Ortsgruppen, übernommen werden soll. Sie ist den vorhandenen Verhältnissen anzugleichen. Des Weiteren musste laut Satzung zu den Jahreshauptversammlungen immer per Post eingeladen werden. Dies kostet den Verein für Material und Porto ca. 1000 Euro jährlich. Um das Geld einzusparen und lieber für den Naturschutz ausgeben zu können, wird künftig nur noch in den örtlichen Zeitungen ein Artikel erscheinen und die im Mail-Verteiler registrierten Mitglieder (hier der Hinweis: wer in diesen Verteiler aufgenommen werden möchte, meldet sich bitte bei unserem Vorsitzenden Thomas B. (Handy: 01573/ 44 12 444, oder per Mail: NABU-Rheingau@)gmx.de) werden angeschrieben. Der Kassenprüfer muss jedes Jahr neu ernannt werden. Diese und andere Veränderungen wurden mit 20 Stimmen befürwortet. Diese Neufassung wird nun an den Landesverband zur Genehmigung zurückgegeben. Eine Kopie davon erhält das Finanzamt. Die endgültige Form der Satzung ist auf unserer Homepage www.nabu-rheingau.de einzusehen.

 

6)     Bestimmung eines Wahlleiters:

Jürgen H. leitet die Vorstandswahlen.

 

7)     Vorstandswahlen (finden alle 4 Jahre statt):

Bei keinem der Wahldurchgänge wurde eine geheime Wahl gewünscht.

1.Vorsitzender: Thomas B. (Wiederwahl)

            Mit 19 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung gewählt.

2. Vorsitzender: Detlef B. (übernimmt das Amt von Manfred W., der sich aus Alters-

gründen nicht mehr zur Wahl stellen möchte)

            Mit 19 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung gewählt.

Schatzmeister: Andreas T. (Wiederwahl)

            Mit 19 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung gewählt.

Schriftführer: Katrin S. (Wiederwahl)

            Mit 19 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung gewählt.

Beisitz: Anne G. (Wiederwahl).

Clemens L. (Neuwahl)

Wolfgang R. (Neuwahl)

            Mit 17 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen gewählt.

 

 

Kassenprüfer: Ralf L. und Hermann D. (Neuwahl)

            Mit 18 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen gewählt.

Kassenprüfer Ersatz: Isa L. (Neuwahl)

            Mit 19 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung gewählt.

 

8)     Geplante Aktivitäten im Jahr 2020

Alle Termine für Vogelstimmenwanderungen, Schiffsexkursionen und die botanische Führung findet man auf unserer Internetseite (www.nabu-rheingau.de).

 

A)        Krötenaktionen (Wispertal/ Eberbach/ weitere Gebiete):

 

Wispertal:

Der Krötenzaun im Wispertal wurde bereits für die kommende Krötenwandersaison vorbereitet und repariert. Da dieser Straßenbereich inzwischen mit einem gut funktionierenden Tunnelsystem ausgestattet ist, trägt sich dort die Maßnahme selbst. Deshalb werden ab diesem Jahr keine Tiere mehr gesammelt. Wer dennoch dieses Spektakel sehen möchte kann sich bei 10°- 15°C, Regen und Dunkelheit an dieser Stelle einfinden. Dennoch bedarf es jährlich Ende Februar einer Überprüfung der Wegstrecke und ggf. müssen Abschnitte Instand gesetzt werden.

 

Kloster Eberbach:

Dank der finanziellen Mittel der Oberen Naturschutzbehörde konnten weitere dauerhafte Plastikzaunelemente angeschafft und verbaut werden. Auch auf dem Gelände des Eichbergs werden inzwischen eigenständig Krötenschutzmaßnahmen ergriffen. Patricia D. koordiniert wieder alle Arbeiten und Dienste. Die Amphibienwanderung hat bereits begonnen.

 

Weitere Gebiete:

Wie im Falle des Wieswegs in Eltville (s. Punkt 2) sind wir gerne bereit Material und unser Know- How zur Verfügung zu stellen. Wer eine exponierte Amphibienwanderungsstelle kennt und betreuen möchte, kann sich an unseren Vorsitzenden Thomas B. wenden.

 

B)        Vogelkundliche und botanische Exkursionen/ Schiffsexkursionen:

Auch in diesem Jahr bietet unser Verein diverse Veranstaltungen an.

Die erste Vogelstimmenwanderung ist am Sonntag, den 5. April ab 19 Uhr, Ausgangspunkt Geisenheimer Friedhof. In der Regel dauern die Erkundungen 1- 3 Stunden.

Die diesjährige botanische Exkursion Lorchhausen findet am Sonntag, den 7. Juni um 10:30 Uhr statt. Treffpunkt ist der Einstieg zum Rheinsteig.

Es wurden bereits drei Schiffsexkursionen durchgeführt. Wegen des „schlechten“ Wetters am letzten Ausflugstermin waren weniger Zuschauer zugegen. Außerdem konnten aufgrund des hohen Wasserstandes eine geringere Anzahl an Tieren beobachtet werden.

 

C)        Steinbruch Assmannshausen:

Detlef B. bot im Februar eine Besichtigung des Stiftungsgrundstückes Steinbruch Assmannshausen an. Sie soll im Spätsommer wiederholt werden.

 

D)        Speisbachtal (Assmannshausen) u. weitere Projekte:

Zwischen Assmannshausen und Lorch erstreckt sich das Speisbachtal, wo unsere Einsatzbereitschaft fortan zusätzlich benötigt wird.

 

Uwe M., Koordinator zwischen der NABU-Stiftung, Hessen Forst und unserer Ortsgruppe, berichtete, dass auffallend viele und große Flächen des NABU im Bereich Rheingau liegen. Da sich die Grundstücke vielerorts wie Flickenteppiche liegen und nicht vernetzt sind bemüht sich die NABU-Stiftung weitere Stücke dazwischen zu erwerben.

 

Im Taunus befinden sich zwischen 400 und 500 Stollen, in denen Fledermäuse ihr Winterquartier finden. Uwe M., der in der Arbeitsgruppe „Fledermäuse“ aktiv ist, kartiert deren Bestände. Hierzu muss er immer eine Ausnahmegenehmigung für die Betretung ihres Lebensraums einholen. Zum Teil sind die Stolleneingänge verschüttet. Um weitere Erhebungen durchführen zu können, müssen diese teilweise freigeräumt werden. Hierfür bittet er uns um unsere Mithilfe. Wer Interesse an einem solchen Einsatz hat, meldet sich bitte bei Thomas B., der mit Uwe diesbezüglich in Kontakt steht.

 

E)        Grünaue Hattenheim:

Clemens L. hat die Funktion des Schutzgebietsbetreuers für die Grünaue Hattenheim inne. Wegen einer Ausgleichsmaßnahme konnte dort eine bewirtschaftete Weinbergsfläche in einen Auenbereich überführt werden. Mittlerweile gibt es wieder zwei freigelegte Fußwege. Diese sollen der Stadt Eltville überschrieben werden, die dann entsprechend für die Wegesicherheit zu sorgen hat. Von Seiten der Gemeinde stehen noch große Umstrukturierungsvorhaben des Uferabschnitts angrenzend an das NABU-Grundstück an, etwa der Bau eines Parkplatzes. Ziel des NABU ist die Errichtung von zwei kleinen Rundwanderwegen mit Infotafeln und Bänken.

Clemens L. möchte interessierte Vereinsmitglieder dieses Jahr durch die Grünaue führen. Eventuell könnten die Teilnehmer in diesem Rahmen helfen Gestrüpp zu entfernen und Müll zu beseitigen. Der Termin erscheint, sobald dieser vereinbart wurde, im Protokoll.

 

9)     Verschiedenes:

 

A)        Wildschweinplage Rauenthal als Forschungsobjekt:

Jürgen H. ist an Prof. J., der an der Hochschule Geisenheim lehrt, mit der Idee herangetreten, mit Studenten den Schaden der hohen Wildschweinpopulation in der Landschaft in Rauenthal zu eruieren. Bisher werden lediglich Ausfälle im landwirtschaftlichen Bereich, d.h. an Getreide und Mais beziffert; für Schäden in Naturschutzgebieten oder im Grünland gibt es keine Erhebungsgrundlagen. Jürgen H. bleibt mit ihm im Gespräch.

 

B)        Workshop „Kulturlandschaften im Rheingau- Taunus“:

Am Mittwoch, den 20. Mai, findet von 14- 18 Uhr, in Kooperation von der Hochschule Geisenheim- Kompetenzzentrum Kulturlandschaft und Bürgerstiftung Unser Land! Rheingau und Taunus in den Räumlichkeiten der Hochschule, eine Auftaktveranstaltung zum Thema „nachhaltige Landschaftsentwicklung“ unter Berücksichtigung des zunehmenden Nutzungsdrucks statt. Weitere Infos dazu findet man auf der Internetseite der Hochschule unter der Rubrik „Praxis“, bzw. Kompetenzzentrum Kulturlandschaft. Dort kann man sich auch bis zum 13.5. anmelden.

 

C)        Fotovortrag Rheingau:

Isa L. traf am Schiersteiner Hafen einen Hobbyfotografen, der regional Tiere und Pflanzen aufnimmt. Er erklärte sich bereit interessierten Vereinsmitglieder die Bilder zu präsentieren. Je nachdem, wieviele Personen an diesem Vortag teilnehmen möchten, könnte er diesen zu Hause halten. Es meldeten sich hierfür 10 der Anwesenden.

 

D)        Biosphärenregion Rheingau- Taunus, Wiesbaden, Main- Taunus:

Auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie zur Ausweisung der Biosphärenregion müssen nun 30 Kommunen und Parlamente einen entsprechenden Antrag bei der UNESCO einreichen. Es folgt erneut eine Ausformulierung der Inhalte und erst in einem zweiten Verfahren wird das Label Biosphärenregion vergeben. Die Fläche untergliedert sich in 3% Kernzone, der „unberührten“ Natur, die der Hessenforst zu Verfügung stellt, 17% sog. Pflegezone, die eine eingeschränkte Nutzung zulässt und 80% ohne jegliche Benutzungseinschränkungen. Letztere betrifft u.a. die Siedlungsräume und Landwirtschaftsflächen. Für diesen Bereich wird ein Büro vom Land Hessen eingerichtet, das für die Weiterentwicklung, Koordination und Unterstützung von Ideen und Initiativen Ansprechpartner ist. Ähnlich konnte durch einen Zusammenschluss und Austausch der Rheingauer Winzer die Nitratbelastung des Bodens reduziert werden. Begleitende Betrachtungen der Region durch Bildung und Forschung könnten neue Potenziale aufspüren. Zudem würden vorrausichtlich unter der „Marke Biosphärenregion“ leichter Fördermittel fließen.

 

10) Nächstes Treffen:

Unser nächstes NABU-Treffen, findet am Mittwoch, den 1. April 2020, um 20.00 Uhr, im “Haus am Strom“, Gänsgasse 13, in Winkel statt.

 

 

Protokoll: Katrin S.

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