NABU Tiere Wo sind all die Schwalben hin?

Wo sind all die Schwalben hin?

von Nils Ettingshausen, Foto von Clemens Lüers

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ Bestimmt kennt jeder von uns diese Bauernregel. Aber wo sind denn all die Schwalben? Seit Jahren sieht man immer weniger diese Vögel. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind Schwalben wie unsere hier ansässige Mehlschwalbe und Rauchschwalbe Zugvögel und daher im Winter „ausgewandert“ und zum anderen finde sie immer weniger Nistmöglichkeiten. Dasselbe gilt auch für den Mauersegler, der gerne mit der Schwalbe aufgrund ihrer Ähnlichkeit verwechselt wird.

Nach der beschwerlichen Reise in den Süden nach Afrika kommen die Schwalben Ende April bis Anfang Mai zurück nach Deutschland. Hier versuchen sie Nistplätze zu finden um Eier zu legen und zu brüten. Leider finden die Schwalben in den gut isolierten Häusern kaum noch Nistplätze, aber auch die Beschaffung des „Baumaterials“ für die Nester erweist sich als schwierig. Schwalben benötigen neben Stöckchen, Ästen und Gras auch noch Lehm mit Schlammpfützen. Diese werden durch die Flächenversieglung aber immer seltener.

Abhilfe schafft hier schon eine kleine lehmgefüllte Schlamm oder Badepfütze von einer Größe von ca. 1m². Aber auch das Anbringen von künstlichen Vogelnestern ist sehr wichtig für die Schwalben. Mehlschwalben bevorzugen geschlossene Halbschalen unterhalb eines überstehenden Daches in einer Höhe von mindesten 4 Metern. Rauchschwalben bevorzugen eine offene Halbschale oder auch einfach nur ein einfaches Brett als Nistsims in einem Abstand von ca. 10-15 cm unter der Decke. Der Mauersegler bevorzugt spezielle Nistkästen in einer Höhe von mindestens 4 Metern. Um das Verschmutzen der Hauswände zu vermeiden ist es sinnvoll ein sogenanntes Kotbrett unterhalb des Nestes anzubringen. Nester können auch gerne über den NABU bezogen werden.

Aber neben ihrer Schönheit haben Schwalben auch eine wichtige Aufgabe in unserem Ökosystem: Schwalben ernähren sich zum Großteil von Fliegen, Mücken und Blattläusen und bekämpfen damit gezielt die Parasiten und Schädlingspopulation. Aber nicht bei der Schädlingsbekämpfung würden uns die Schwalben fehlen. Auch berühmte Dichter und Denker haben die Schwalben ihn ihren Werken verewigt: So beispielsweise Heinz Erhardt in dem Gedicht „Heißer Mai“ oder das Gedicht „März“ von Wolfgang Goethe. Auch der Philosoph Aristotels der 384 bis 322 v. Chr lebte schrieb schon „Denn eine Schwalbe macht noch keinen Frühling und auch nicht einen Tag.“

Helfen sie mit, dass die Schwalbe wieder heimischer wird.

Schließen